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Musik im Regen

Was wäre Deine Antwort auf die Frage:
„Was gefällt Dir am besten an Europa?“

Die faszinierenden Bauwerke!
Der erstaunliche geschichtliche Werdegang!
Die unerreichten Kunstsammlungen!
Das verfeinerte Lebensgefühl!
Die Einheit trotz enorm unterschiedlicher gewachsener Strömungen!
Die Wiege des größten Schatzes der menschlichen Kultur: Klassische Musik!

 

Derek Walcott, Nobelpreisträger für Literatur 1992, sagte:
„Die Leute reden hier ständig über das Wetter.“

Äh.
Wie bitte?

Nun, Autor Walcott stammt aus Saint Lucia, einer wunderschönen Insel in der Karibik.
Sonnenschein, Sonnenschein und nochmal Sonnenschein ist alles, was einen dort erwartet. Dazu Palmen, ein türkiser Ozean, der die hellen Strände umspült und exotische Vogelpracht an 365 Tagen im Jahr.

Alles Dinge, von denen viele Europäer träumen.
In all dem Regen, den Schauern, Wolken, Föhnwetter, Schnee und Gewittern sind wir gern fasziniert von stabilem Hochdruckwetter. Und Strandratten in Shorts and Tanktops finden wiederum die ständig wechselnde Himmelserscheinung und Feuchtigkeit, die verschiedenartigen Lichtreflexe und den schwankenden Magnetismus spannend.

Menschen sind wunderliche Geschöpfe.
Wenn wir feiern können, was wir haben, entscheiden wir uns lieber, von etwas zu träumen, das wir nicht haben.

Martin Luther King jr. wurde nicht berühmt dafür zu sagen: Oh mein Gott, bin ich doch froh für all das Gute in meinem Leben, das schon da ist!
Er sagte: „Ich habe einen Traum.“

Die alles entscheidende Frage ist ja immer, was passiert als nächstes.
Was würde passieren, wenn Walcott sich entschließt, mit Sack und Pack nach Paris zu ziehen und dort 4 Monate in Schneeregen, Matschwetter, Smog und Glatteis zu sitzen?
Würde ihn das Gerede über das Wetter immer noch locken?

Oder bleibt er lieber wie immer in Saint Lucia, schmeißt sich in Shorts, latscht an den Strand und lobt und preist er die Sonne für ihr immerwährendes unermüdliches Gescheine, Tag ein, Tag aus, ohne müde zu werden?

Hm, ich weiß ja nicht, wies Dir geht.
Meine Antwort wäre immer noch: Am besten an Europa gefällt mir die Musik…
😊

Herzlichst,
Anselma

 

Kostenlose Ressourcen und Inspiration rund ums Musikmachen und Erziehen. 

Für Fagottisten, Musiker, Musikanten und alle, die absichtlich Töne machen.

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Einfache Streß-Killer

Kannst Du Dich noch dran erinnern, als Streß etwas war, das nur turbo hochbezahlte Manager hatten?
Oder an die ersten Anrufbeantworter. Zuerst waren die Großmütter gern am Hörer – bis wir später diese modernen schwarzen Kasterl kauften.
Ich weiß noch, wie das war, als der erste Kumpel in meinem Freundeskreis mit einem Handy antanzte. Wir Mädels zogen ihn damals mächtig auf, wie wichtig er sein muß und wie unentbehrlich, daß er sowas braucht.

Heute ist jeder immerzu gestreßt und auch immerzu erreichbar.
„Wegen der Kinder hab ich das Handy, sonst hätt ich e keines.“
Hast Du das auch schon öfter gehört?

 

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Wollmäuse und Gedanken

 Was haben Wollmäuse und Gedanken gemeinsam?

 

(Du weißt nicht, was Wollmäuse sind? Wollmäuse sind diese Gspompstln, die sich hinter Deiner Tür aus dem Nichts bilden und dort ein geheimes Eigenleben führen. Sie erscheinen einfach so. Und sie denken nicht daran, wieder zu verschwinden. Das passiert nur, wenn jemand beherzt zum Staubsauger greift.)

Also, was haben sie gemeinsam?
Antwort: Du kannst sie persönlich nehmen – oder nicht.

 

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Perspektive macht einzigartig

Als Einstein gefragt wurde, wie er seine Relativitätstheorie in einfachen Worten beschreiben würde, soll er gesagt haben: „Eine Stunde auf einer Parkbank mit einem hübschen Mädchen erscheint wie eine Minute. Eine Minute auf der heißen Herdplatte erscheint wie eine Stunde.“

Sehr eindrücklich – und so universell! Wir denken ganz gern, unsere Sichtweise wäre die Wahrheit. Tatsächlich ist sie aber eben nur das, eine Sichtweise.

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Worte sind wie Zahnpasta

Kürzlich las ich den Bericht einer Outdoor Abenteuertrainerin für Teenager. Teil der Camps ist, abends zusammen am Lagerfeuer zu sitzen und den Tag Revue passieren zu lassen, jeder ist eingeladen, seine persönliche Erfahrung zu teilen.

Eines Abends erzählte eines der Kinder, daß ihre Zeltgenossin etwas gesagt hatte, das sie echt belastete. Es war nur ein kleiner Zusatz, der für sie aber sehr schmerzlich war.
Die Trainerin lief zu ihrem Zelt und kam mit einer Zahnpasta in der Hand zurück. Sie drückte auf die Tube, etwas Zahnpasta lief heraus und sie zeigte, daß es nahezu unmöglich war, die Paste zurück in die Tube zu kriegen.

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Fagott lernen – 20 Fragen an Anselma Veit

Das renommierte Musikhaus Stretta kontaktierte mich, ob ich zum Thema Fagott lernen ein paar Fragen beantworten würde. Ja, sehr gern! Was für eine Freude und Ehre für mich!!
Ich freue mich sehr, für dieses engagierte Musikhaus Botschafterin sein zu dürfen und Interessierte in Richtung Fagott zu manipulieren ;oD

Hier einige der Fragen und meine gekürzten Antworten rund ums Thema Fagott spielen. Bitte lies das ganze Interview im Stretta Journal HIER und besuche ihre lohnende Website.
Ich hoffe, diese kleinen Fragen machen Dir genauso viel Freude beim Lesen, wie sie mir beim Antworten gemacht haben :o)

Herzlichst,
Anselma

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Der Mittlere Weg

In der östlichen Philosophie gilt es als erstrebenswert, sich von Extremen fernzuhalten.
Das fand ich schwer zu verstehen. Warum denn? Extreme sind doch nicht schlecht!

Erstens: Sie verhelfen uns zu Fortschritt.
Was ändern ist schwer, also sowas wie mehr üben oder weniger essen.
Menschen sind Gewohnheitstiere. Gewohnheiten entwickeln ein Eigenleben und wollen nicht abgeändert, geschweige denn eliminiert werden.
Erst wenns richtig schlimm wird, wenn wir ein Extrem erleben, sind wir normalerweise motiviert genug, um in die Gänge zu kommen.

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Jemand anderes Kind

In meiner Schulzeit wurden wir im Deutschunterricht gezwungen, über langweiligen Unsinn Aufsätze zu schreiben. Die Aufgabe lautete dann ungefähr so:

Wie interpretierst Du die ersten zwei Zeilen des experimentellen Gedichtes des postmodernen Existentialisten Hans-Jürgen Kipferlkübel?
(Und es folgte ein völlig unverständlicher Text ohne Grammatik, den niemals ein Mensch ohne Pistole im Nacken lesen würde).

 

 

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Guter Wein

Als Kind war ich eine recht lausige Geigenspielerin. Nichts desto trotz erzählten mir Leute immer wieder mal, daß sie mich für talentiert hielten. Zuweilen erzeugte das ein schlechtes Gewissen bei mir. Übte ich doch häufig nur einmal in der Woche – direkt vor der Stunde – so bewirkte das unverhoffte Lob fast ein Empfinden von Betrug auf meiner Seite…

 

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Reinbuttern

Als ich klein war hörte ich öfters mal, daß ich so toll talentiert wäre. Und natürlich gefiel mir das! Wem würde das nicht gefallen?!
Schlaues Ich, dacht ich, ha, machst Du mehr davon!
Das Leben war damals einfach. Wie ein Pawlowscher Hund wußte ich, säg ich auf meiner Geige, klimper auf ein paar Tasten oder sing ich laut was vor, krieg ich ein Keksi. Die Welt war in Ordnung und leicht durchschaubar.

Zu meinem Missfallen änderte sich da aber was, als ich älter wurde. Das mit dem talentiert sein schien blöderweise nicht mehr so zu ziehen. Irgendwann genügte das nicht mehr. Was statt dessen mehr und mehr gefragt war, war was ganz und gar Ungemütliches: nämlich Knochenarbeit.

 

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