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Bekenntnis des Optimisten

Christian Larson verfaßte im Jahre 1912 einen Essay über die Vorzüge und Schönheit von Selbstdisziplin. Ein gutes Leben, so Larson, wäre nicht das Resultat glücklicher Zufälle. Sondern, so schreibt er, es entsteht, wenn wir Optimismus kultivieren und diesen immerzu verkörpern. Hier seine Grundthesen. Mir gefallen seine ursprünglichen Ideen, ich hab mir aber erlaubt, ein paar zeitgemäße und persönliche Notizen anzufügen.

 

Versprich Dir selbst:

Stark zu sein, damit nichts Deinen Seelenfrieden erschüttern kann.
– Nun, meiner ist recht oft erschüttert. Ich entscheide mich, das als normal anzusehen. Denn Unbeweglichkeit bedeutet Tod, nicht wahr? Ich versuche, mir nix vorzumachen. Das ist mir wichtiger als eine perfekte Fassade vorzutäuschen.

Jeder Person gegenüber Gesundheit, Glück und Wohlstand auszudrücken.
– Ich denke, das sollte man nur tun, wenn man es aufrichtig tun kann. Sei nicht fake.

Deinen Freunden zu zeigen, daß in ihnen immer etwas Wertvolles steckt.
– Zusatz: Zeig es allen Leuten. Man kann von absolut jedem, dessen Bahn man kreuzt, was Erstaunliches lernen. Ohne Ausnahme.

Die Sonnenseite des Lebens zu sehen, damit sich Dein Optimismus bewahrheitet.
– Das Leben ist nicht einfach. Es mogelt uns gern unschöne Dinge unter. Dafür muß man sich nicht schämen.

 

Nur das Beste zu denken, für die Besten zu arbeiten und das Beste zu erwarten.
– Manchmal läßt sich lausige Arbeit nicht vermeiden. Erledige sie mit Würde und Haltung.

Dich über den Erfolg anderer ebenso zu begeistern wie über Deinen eigenen.
– Lobe Deine Mitbewerber. Sei großzügig. Es ist genug für alle da, auch für Dich!

Die Fehler der Vergangenheit zu vergessen und nach besseren Erlebnissen zu streben.
– LERNE aus den Patzern, ignoriere sie nicht! Wenn wir draus lernen, waren sie nicht vergeblich. Lernen wir wie Demente nicht aus den Fehlern, sind sie umsonst passiert.

Immerzu eine fröhliche Haltung einzunehmen und jedem lebendigem Wesen zuzulächeln.
– Meine Meinung: Ok, nein. Bitte, mach das nicht! Lüg anderen nicht ins Gesicht. „Fake it till you make ist“ ist glaub ich der schrecklichste Rat, den man überhaupt geben kann. Sei echt, nicht falsch. Bemüh Dich immer darum, rechtschaffen zu sein. Ein guter Mensch zu sein nutzt sich nicht ab. Ein falsches Lächeln schon.

 

So viel Zeit dafür einzusetzen, selbst besser zu werden, daß keine übrig bleibt, andere zu kritisieren.

Zu groß für Zweifel, zu nobel für Ärger, zu stark für Angst und zu frohgemut für das Raumgreifen von Schwierigkeiten zu sein.

Gut über Dich selbst zu denken und diese Tatsache der Welt zu bekunden – nicht in lauten Worten, sondern in großartigen Taten.

In der Annahme zu leben, daß die ganze Welt auf Deiner Seite ist, so lange Du dem Allerbesten in Dir treu bist.
– Dem gibts nichts hinzuzufügen. Nagel auf den Kopf getroffen.
Danke für die Inspiration, Sir!

Herzlichst,
Anselma

 

p.s. Scott Pool, der bekannte Academy Director und Professor of Music aus Texas, USA, hat eine wundervolle Einspielung einer Tango-Etüde von mir aufgenommen. Unbedingt anschauen!!

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Nur EINE Realität

Ein Freund erklärte mir, daß alles der Relativität unterliegt. Jeder sähe die Dinge unterschiedlich und folgerichtig lebe jeder in einer anderen Wirklichkeit.

Das ist nicht das erste Mal, daß diese Idee meine Bahn kreuzt. Und immer wenn ich sie höre, schüttelt es mich. Sie ist nämlich falsch. Laß mich das ein wenig ausführen.

 

Es gibt Streitigkeiten darüber, ob Pluto ein Planet ist.
Ist das nun ein Planet – oder doch nicht? Hat Pluto Planetenstatus – oder doch nicht?
Das kommt daher, daß es unterschiedliche Ansichten über die Charakteristika eines Planeten gibt. Die Diskussion kreist darüber, ob diese genügend erfüllt werden.

ABER. Es gibt KEINE Streitigkeiten darüber, daß Pluto existiert.
Denn er ist faktisch da. Man kann ihn sehen. Nicht mit dem bloßen Auge, aber mit einem Teleskop. Pluto wurde 1930 entdeckt. Und sobald man ihn gefunden hatte, gab man ihm den Namen „Ninth Planet“, also „Neunter Planet“.

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Vertrauen ist gut, Kontrolle…

… manchmal aber noch besser!

Komischerweise hören wir Menschen es gern, wenn uns wer sagt, was wir glauben sollen.
Selbst so rebellische Vögel wie ich kippen gern in eine gute Story.

Menschen lernen am besten, wenn sie Geschichten hören.
Wir merken uns Fakten und Zahlen verhältnismäßig schlecht.
Stories dafür umso besser!

 

Kultur ist das Resultat gemeinsamer Stories.
Eine ähnliche Weltsicht vereint Menschen.
Ein gemeinsames Dafürhalten, wie die Dinge eben sind, ist der Kern jeder Gesellschaft.

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Nur Mut!

Eines Tages veranstaltete der Teufel einen Flohmarkt vor seinem Haus. All seine Lieblingswerkzeuge wurden feil geboten. Da lagen Neid, Böswilligkeit, Hass und Eifersucht auf dem Tisch, fein säuberlich nebeneinander aufgereiht. Etwas abseits lag sein Lieblings-Werkzeug. Es war stark abgestoßen und voller Gebrauchsspuren. Dieses Werkzeug war sehr effektiv und funktionierte besser als alle anderen. Darauf stand „Mutlosigkeit“.

Warum war dieses Teil so nützlich?
Nun, Mutlosigkeit wird selten als Teufelswerkzeug erkannt. Und es öffnet Tür und Tor, wo alle anderen nicht wirken. Dort, wo die anderen Werkzeuge versagen, würde die Mutlosigkeit durchs Hintertürchen kommen und dem Teufel Einlaß gewähren.

Was wie ein Kindermärchen klingt, ist uns allen bekannt und erinnert uns an eine bittere Wahrheit.

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Du bist nicht faul

Die Mutter einer meiner Klavierschüler war nicht zufrieden mit der Leistung ihres Kindes. Sie beschwerte sich, daß ihr Kind nicht genug üben würde und kam zu dem Schluß, das Kind wäre faul. Es bräuchte mehr Zwang. Nun, ich bin jetzt nicht so jemand, der andere zwingen würde. Das bringt nichts. Und schadet dem Kind – und mir selbst auch.

Es gibt viele Gründe, warum eine bestimmte Leistung nicht erreicht wird.
Und meine Lebenserfahrung sagt mir, daß in 10 von 10 Fällen etwas Tieferliegendes dahintersteckt. Was an der Oberfläche wie Faulheit gedeutet werden könnte, ist tatsächlich was anderes.

 

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Was wir nicht sehen

Es gibt zwei Dinge, die wir nicht sehen können. Sind wir ein klein wenig aufmerksamer und beginnen wir, unsere menschliche Natur besser zu verstehen, werden sie sichtbar.

 

Der Froschblick

Ein Frosch kann die Fliege, die still vor ihm sitzt, nicht orten. Bewegt sie sich, zack, hat er sie sofort am Schirm, kann sich das Ding schnappen und zum Lunch verdrücken.
Wir beide, Du und ich, wir schauen jetzt vielleicht nicht so ganz exakt gleich wie Frösche aus. Tatsächlich sind wir diesem kleinen Amphibium aber nicht unähnlich.

„Alles ändert sich! Dieses und jenes ist neu und nie da gewesen!“, ist das ewige Mantra der Medien. Das ist im Grunde immer die Message, die jede Art von Rundfunk und Outlets transportiert. Es wird über etwas, das sich bewegt, berichtet.
Es heißt nie: „Nix bewegt sich, alles gleich wie immer!“.

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Die Geschichte mit dem Esel

Ein alter Mann und ein Bub waren unterwegs zur Stadt. Zuerst ritt der alte Mann auf dem Esel und der Bub lief daneben her. Als sie in einer Taverne Rast machten, rief der Wirt dem alten Mann empört zu: „Das kann man doch nicht machen, den Bub so weit laufen lassen! Das ist ja unmenschlich!“

Als es weiter ging, tauschten sie. Der alte Mann lief neben her, der Bub ritt auf dem Esel. Nach einiger Wegstrecke zog eine Karawane vorbei. Ihr Anführer stoppte die beiden und sprach den alten Mann an: „Guter Herr, Sie machen aus dem Buben einen verzogenen Balg! Wenn er immer bequem am Esel reitet, wird er nie mit den Schwierigkeiten des Lebens umgehen lernen!“

 

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Heute, bitte nicht vergessen:

– Was zu versemmeln, ist völlig normal.

– Du bist nicht so wichtig, wie Du glaubst.

– Ignoriere die Fehler der anderen. Machs selber richtig.

– Antworte in Lösungen, nicht indem Du auf Problemen rumreitest.

– Hacks sind nicht der beste Weg. Sondern die anstrengende Fußarbeit zu machen.

– Dreh dem, was nicht hinhaut, den Rücken zu.

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Ein erfolgreiches neues Jahr…

Eine Kollegin, die ab und zu in unserer Firma aushilft, schrieb, sie wünscht uns ein erfolgreiches Jahr für all die kreativen Projekte. Aber sie mag das Wort Erfolg nicht, sie meint damit Freude, Wertschätzung und eine positive Resonanz.

Wie schön ist es, Erfolgswünsche fürs neue Jahr zu bekommen! Ich hab mich gefreut! Gleichzeitig war ich erstaunt, wie schnell sie abschwächte und sich um das Wort Erfolg drumrumschlängelte.

 

 

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Gefälligkeiten

Die grundlegende europäische Idee, die alle staatlichen Systeme trägt, ist, Unterstützung zu geben. Das war mir nicht bewußt – verstand ich aber schnell, als mein Orchester eine Tournee nach Indien machte. Als Künstler lebten wir in den luxuriösesten Hotels, mit riesigen Zimmerfluchten und Marmorbädern. Niemals zuvor war ich in so derart eleganten Locations untergebracht! Wir fuhren in klimatisierten Bussen durch die Gegend und erlebten all die Annehmlichkeiten, die man sich nur vorstellen kann, wie Blumenkränze für die Damen des Orchesters und Menüs mit 9 Gängen nach dem Konzert.

 

 

 

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