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Cool wie ein Hummer

Ist das nicht interessant: egal wo man sich aufhält, in einem Sportsteam, bei der Arbeit, in der Familie, überall gibt es Tratsch.
Wieso ist das so, daß Menschen so gerne klatschen?

Obwohl man Tratsch überall findet, machen nicht alle Leute dabei mit.
Genauso wie es besonders geschwätzige Klatschbasen gibt, gibt es überall auch Leute, die komplett gar nicht über Abwesende reden.

Kürzlich las ich einen Artikel über das Verhalten von Hummern (warum kicherst Du jetzt bitte!?). In der Welt der Hummer gibt es eine gewisse Hierarchie und jeder kennt seinen Platz darin.

Die „Ober-Hummer“ sind ziemlich gechillte Typen. Sie kämpfen nicht mehr, sobald sie oben in der Hierarchie angekommen sind.
Nur die Hummer unten in der Hackleiter zeigen Machtkämpfe.

Hummer, die sich stark fühlen und „was erreicht haben“, also echte Super-Hummer, greifen andere nicht an. Das tun nur die, die eben nichts erreicht haben.

Tratsch erscheint mir so ähnlich wie der Kampf der Hummer – nur mit Worten.
Andere zu attackieren, wenn diese nicht anwesend sind, erinnert mich stark an das Verhalten der Unter-Hummer.

Was ist das Ziel dieses Kampfes? Sich stärker zu fühlen? Sich Respekt zu verschaffen? Doch noch was zu erreichen im Leben?

Vielleicht fühlen sich die, die sich nicht in Tratsch engagieren bereits stark, respektiert und fähig. Sie kennen ihren Wert und ihren Platz in der Welt.
Genau wie ein Hummer, der weiß, daß er ein verdammt cooler Typ ist! ;o)

Menschen, nehm ich mal an, sind ungefähr eine Million Mal komplizierter als Hummer. Man kann sie wohl nicht wirklich miteinander vergleichen und meine Fantasie geht hier mit mir durch.

(Obwohl, jetzt im Sommer… rein farblich gesehen, wenn ich zu viel Sonne abkriege… bin ich einem Hummer zuweilen ähnlicher als mir lieb ist ;oD)
Trotzdem: So ein bißchen Hummerlogik lebt glaub ich in jedem von uns.

Unseren eigenen Wert spüren und kennen und zu wissen, daß es mindestens eine Person gibt, die uns echt respektiert, hilft uns, so stark zu sein, daß wir alleine stehen können.

Wer alleine stehen kann, muß nicht mitmachen – und auch nicht tratschen.
Und auf diese Weise können wir ganz exzellente Hummer – äh, exzellente Menschen werden.

 

Ich wünsche Dir einen wunderschönen Sommer,
im schönen Italien, heißen Spanien oder an den kühlen Hängen des Himalaya!

Herzlichst,
Anselma

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Was Erfolg bringt…

Sport fasziniert mich. Also weniger das Sitzen-und-Zuschauen. Stillsitzen ist ja sowieso nicht so meins… ;o) Vielmehr begeistert mich die Psychologie und all die Forschung, die im Sport angestellt wird.

Musiker und Sportler haben verblüffende Ähnlichkeiten. Wohl nicht so sehr bei der Muskelmasse – aber was den Einsatz betrifft. Musiker und Sportler trainieren wie wild und das obwohl es keinerlei Garantie für Erfolg gibt.

Erfolg wird allgemein von drei Faktoren bestimmt.
Zwei davon liegen außerhalb unserer Kontrolle.>>

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Magische Worte

Worte sind voller Magie. Wir Menschen denken in Bildern. Um diese von einem Kopf in den anderen zu transportieren, verwenden wir Worte. Wir übersetzen unsere Bilder in Worte. Der Empfänger bastelt dann aus unseren Worten wieder ein Bild in seinem Kopf.

Man könnte sagen, Worte sind wie Brieftauben. Wir binden unsere Nachricht an ihren Fuß und lassen sie fliegen. Der Empfänger öffnet sein Fenster und läßt die Brieftaube herein. Er schnappt unseren Brief, liest ihn und sein Geist formt daraus ein Bild.>>

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Theoretisch und praktisch

quote 3Kennst Du diese Leute, die gerne Anleitungsbücher lesen? Wie man …! Wie man glücklich wird obwohl man dick ist. Wie man dünn wird und dabei reich. Wie man ein orientalischer Liebhaber ist. Wie man es schafft, seine Nachbarn nicht zu hassen. Oder: Anleitung zum Unglücklich sein!

Sie lesen sich durch alles Mögliche durch und sagen dann: „Ganz nett, aber irgendwie funktionieren diese Tipps nicht.“
Wundert mich wenig :o)
Tipps funktionieren nämlich nie, egal welche.

Der Schmäh ist, Einsicht ohne konkretes Handeln ist wertlos.
Einsicht allein hat keinerlei Nutzen. Kann man sich sparen.>>

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Und, wie gut bist DU?

Kürzlich schickte mir jemand einen Artikel über die 3 Schlüsselfragen für ein authentisches und angstfreies Leben. Interessantes Zeug! Hier die drei Hauptfragen, die der Artikel dem Leser vorschlägt:

Wie gut bereitest Du Dich auf die Anforderungen des Lebens vor?
Wie gut motivierst Du Dich selbst?
Wie effektiv bist Du?

 

Mir gefiel, daß die Fragen so punktgenau sind und eine ehrliche Beantwortung fordern. Was mir nicht gefiel war, daß ich hier ein Gefühl von „los, mach schon, sei effektiv, Ergebnisse sind alles im Leben“ bekam.>>

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Raus aus dem Motivationsloch!

Marianne schrieb mir: „Anselma, was würdest du mit einer Schülerin machen, die nach 5 Jahren Klavierunterricht aufhören will, weil ihr alles zu viel wird, besonders auch die Schule und vielleicht ihre ehrgeizige Mutter.
Diese möchte, dass ihre Tochter vor der Abmeldung noch eine Prüfung macht. Leider übt das Mädchen gar nicht mehr und sie müsste aus 4 Epochen je ein Stück spielen. Sie kämpft immer noch mit dem Zusammenspiel beider Hände und an Musizieren ist noch lange nicht zu denken. Irgendwie bin ich mit meinem Latein am Ende.
Vielleicht hast du eine gute Idee, wie ich sie noch motivieren könnte…?“

Danke für diese interessante Frage und ich glaube, jeder Musiklehrer hat schon eine vergleichbare Situation erlebt!>>

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Die Kunst des Unterstützens

Vor einiger Zeit waren mein Mann und ich in einem schönen österreichischen Thermenort. Als wir den Rückweg antraten, gingen wir zum Bahnhof und versuchten zu erkunden, wann der nächste Zug ging, der uns nach Hause bringen sollte.

Zu unserer Überraschung fanden wir am gesamten Bahnhof keinen Zugfahrplan. Weder außen am Bahnhofsgebäude, noch innen im Wartesaal.
Nirgends. Wir fanden keinen Hinweis, wann der nächste Zug ging.

Hä? Wie war das möglich? Ein Bahnhof ohne Fahrplan??
Schließlich fanden wir einen Herrn, der an diesem Bahnhof zu arbeiten schien. Wir fragten ihn, ob es einen Fahrplan gäbe oder eine Anzeige, wann der nächste Zug ging.>>

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Um was es geht

Jeder von uns hat einen Schatz in sich. Wir können ihn nicht sehen, deswegen vergessen wir manchmal, daß er da ist. Aber er macht uns aus – auch wenn wir ihn nicht direkt anschauen können.

Carl Gustav Jung sagte, die einzig relevante Aufgabe im Leben ist, eine Beziehung zum eigenen Selbst aufzubauen.
Und ja, da ist was dran. Das wissen Musiker glaub ich besser als alle anderen.
Musik kann man nur mit sich selbst machen, quasi von innen raus, sonst wird’s hohl und bedeutungslos, was wir vor uns hinfiedeln.>>

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Konstruktive Kritik = Mist

Als ich vor vielen Jahren die Unibank drückte, wurden wir gelehrt, daß die beste Art, Kindern etwas beizubringen, die konstruktive Kritik wäre.
Im Wesentlichen ein Feedback, das aus „das war super“ und „AAAABER“ bestand.

Die Praxis des Unterrichtens zeigte mir aber in anschaulicher Weise, daß diese Vorgehensweise komplett verkehrt ist. Warum?

Meine Erfahrung ist, Kinder sind wie Ampeln – für Fußgänger. Grün oder rot.
Babys zum Beispiel, grünes Licht oder ROTES Licht. Sie lassen Dich wissen, wenn ihnen ungemütlich zu Mute ist. Egal wie sehr Du’s nicht wissen willst.>>

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Sollen oder nicht sollen

Was ist wichtiger: was ist, oder was sein sollte?
Sein oder sein sollte?

Als Lehrer oder Erzieher haben wir die Aufgabe herauszufinden, was Kinder am meisten unterstützt. Sie kommen zu uns, weil sie nicht perfekt sind in dem, was sie gerade lernen.

Sollen wir ihnen ein realistisches Bild von ihrem Istzustand geben, ihnen deutlich vermitteln, wo sie gerade stehen?
– Zu viel Realismus kann manchmal… äh, nun ja – etwas demotivierend sein…

Oder sollen wir ihren Fokus auf das lenken, was noch vor ihnen liegt, ihnen deutlich zeigen, wo sie hinsollen? Sollen wir auf die Karotte vor der Nase hinweisen, die sie antreibt?
– Das kann genauso demotivierend sein, denn niemand will angetrieben werden wie ein Esel.>>