Eines Tages veranstaltete der Teufel einen Flohmarkt vor seinem Haus. All seine Lieblingswerkzeuge wurden feil geboten. Da lagen Neid, Böswilligkeit, Hass und Eifersucht auf dem Tisch, fein säuberlich nebeneinander aufgereiht. Etwas abseits lag sein Lieblings-Werkzeug. Es war stark abgestoßen und voller Gebrauchsspuren. Dieses Werkzeug war sehr effektiv und funktionierte besser als alle anderen. Darauf stand „Mutlosigkeit“.
Warum war dieses Teil so nützlich?
Nun, Mutlosigkeit wird selten als Teufelswerkzeug erkannt. Und es öffnet Tür und Tor, wo alle anderen nicht wirken. Dort, wo die anderen Werkzeuge versagen, würde die Mutlosigkeit durchs Hintertürchen kommen und dem Teufel Einlaß gewähren.
Was wie ein Kindermärchen klingt, ist uns allen bekannt und erinnert uns an eine bittere Wahrheit.
Mutlosigkeit ist toxisch.
Sie verwässert unsere Vision und verfälscht unser Urteilsvermögen. Wir erzählen uns gern, wenn wir mutlos sind, wie aussichtslos und schrecklich alles ist. Dabei übertreiben wir und stellen alles viel schwärzer dar, als es eigentlich ist. Und wir legen die Hände in den Schoß.
Sind wir mutlos, meinen wir gern, unfähig zu sein.
In einem entmutigten Zustand denken wir, in allem und jedem zu versagen, immer und überall. Nur stimmt das nie. Wir tun uns selbst weh, indem wir unseren eigenen Selbstwert abmontieren und vergessen, Wertschätzung für den wichtigsten Menschen unseres Seins zu zeigen: für uns selbst.
Und nicht zuletzt verleitet uns die Mutlosigkeit zu dem Gedanken, wer anderer wäre Schuld. Das kann durchaus sein! Das kommt faktisch vor! Aber vielleicht ist das nicht die ganze Geschichte. Das sollte man immer sehr genau überprüfen. Jeder weiß:
Mit dem Finger zu zeigen ist das Verhalten eines Feiglings.
Es ist verständlich, daß manchmal Erwartungen nicht erfüllt werden. Jeder hat das schon erlebt. Solche Momente können wir als Sprungfeder nutzen. Diese Ideen helfen dabei:
– Realismus.
Überprüf die Fakten. Vielleicht sieht alles sehr viel schlimmer aus, als es ist.
– Lernfähigkeit.
Was genau ist passiert? Wo ist es passiert? Und warum ist es passiert?
Diese drei Fragen sind im wahrsten Sinne der Schlüssel. Egal, obs darum geht, Tonleitern besser zu spielen oder den Streit mit den Schwiegereltern zu schlichten. Wenn man dazulernt, ist jede Situation ein Gewinn!
– Humor.
Zwinker Dir selber zu, daß Du wieder mal in ein Drama gelaufen bist. Lächel darüber, daß Du wieder übertrieben hast. Schmunzle darüber, daß Du ein Mensch bist. Ein Mensch ist jemand, der Pannen erlebt. Ist einfach so.
Es ist normal, daß Dinge schief gehen.
Du bist keine Maschine. Und eine Maschine hat keinen Humor.
Es gibt immer Anlaß, Mut zu fassen.
Ganz bestimmt, ich versprechs Dir!
Herzlichst,
Anselma



