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Interview mit Milan Turkovic

Foto: Kmetitsch

Short & Sweet: Interview mit dem weltbekannten Fagott-Solisten und Dirigenten Milan Turkovic.

Seine inspirierende Kunst ist auf mehr als 50 CDs zu hören sowie auf über 150 Einspielungen des Concentus Musicus, Wien.
Er ist Widmungsträger unzähliger Kompositionen. Seine Bücher sind höchster Lesegenuß, voller Weisheit und Humor.

Milan Turkovic ist eine DER Musikgrößen unserer Zeit – aber, das wisst Ihr eh ;)

Als ich meinen Eltern erklärte, daß ich Fagott spielen möchte, wußten sie nicht, was das genau ist. Aber sie kannten Ihren Namen… :-D Verraten Sie uns Ihr Geheimnis beim Musizieren?

Milan Turkovic: Ich habe kein Geheimnis. Viele Musikstücke bergen allerdings ihre Geheimnisse. Und die stehen oft zwischen den Zeilen oder den Noten. Das heisst, auch wenn man das Stück 30 Mal aufgeführt hat, kann man bei 31. Mal noch immer etwas entdecken, was man bisher übersah. Desgleichen, wenn man anderen zuhört, dann gibt es diesen „Aha-Effekt“ (Aha, so habe ich es bisher nicht überlegt). Mich ärgert es aber, wenn Solisten oder Solistinnen oder Dirigenten ein Werk unreflektiert immer wieder nach gleichem Muster aufführen. Die Wiederholungen des immer gleichen dienen dann nur dem Bankkonto.

Was war die wichtigste Lektion, die Sie die Musik gelehrt hat?

Das „CONCERTARE“, also das mit-anderen-Zusammenarbeiten, beziehungsweise die friedliche Auseinandersetzung mit dem, was die „Mitstreiter“ tun. Es geht nur friedlich, im Unfrieden kommt im Konzert üblicherweise gar nichts (Brauchbares) heraus.

Worauf kommt es im Leben an?

Jedem Menschen kommt es wohl auf etwas Unterschiedliches an. Die Frage ist so allgemein, dass sie entweder gar nicht oder in Form eines Buches zu beantworten wäre. Aber die Binsenweisheit „carpe diem“ gilt wohl für uns alle.

Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre wertvollen Impulse! :-)

Was nimmst Du von diesem Interview mit?
Was wären Deine Antworten auf diese Fragen?

Herzlichst,
Anselma