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Und, wie gut bist DU?

Kürzlich schickte mir jemand einen Artikel über die 3 Schlüsselfragen für ein authentisches und angstfreies Leben. Interessantes Zeug! Hier die drei Hauptfragen, die der Artikel dem Leser vorschlägt:

Wie gut bereitest Du Dich auf die Anforderungen des Lebens vor?
Wie gut motivierst Du Dich selbst?
Wie effektiv bist Du?

 

Mir gefiel, daß die Fragen so punktgenau sind und eine ehrliche Beantwortung fordern. Was mir nicht gefiel war, daß ich hier ein Gefühl von „los, mach schon, sei effektiv, Ergebnisse sind alles im Leben“ bekam.

Wir leben in einer sehr Ergebnis orientierten Welt. Manchmal kommt es mir so vor, als bestünde der einzige Zweck unserer schulischen Erziehung darin, das ganze Leben als eine Art „Geschäft“, als Business zu sehen.
Bringt was Resultate, bestimmte Ergebnisse, gut, dann los!
Ergebnisse scheinen alles zu sein.

 

Das beginnt schon ganz früh in der Schule. Egal, wie schwer es für einen war, etwas zu lernen, am Ende des Tages zählt einzig und allein die Note, die der Lehrer drunter setzt.

Wie verrückt ist das bitte??
Mein Bruder war nie mit Lernen beschäftigt, brachte aber immer lauter Einser nach Hause.
Ich, doofe kleine Schwester, versuchte ein guter Schüler zu sein, schaffte das aber nie.
Ich zweifelte schon, ob mit meinem Gehirn was nicht stimmt. Es merkte sich die schulischen Inhalte irgendwie nicht!? Ich war ein schlechter Schüler, selbst wenn ich versuchte, ein guter zu sein.
Deprimierend…

 

Ganz ehrlich, die Idee, daß gute Ergebnisse irgendwie ein geeigneter Zugang zum Leben wären, ist einfach nur dumm, oder? Sie lenkt unseren Fokus weg von dem, was WIRKLICH wichtig ist und hin zu etwas, was komplett irrelevant ist.

Wenn wir mit anderen gemeinsam durchs Leben gehen, als Freunde, Lehrer, als Familienmitglied oder Arbeitskollege, kann das ergebnisorientierte Denken vielleicht eine fruchtbare Basis bilden. Nur begegnete mir noch nie so ein Fall.

Ein Mensch zu sein bedeutet, herzlich zu sein, zu teilen, Vertrauen auszustrahlen und Qualität zu bieten. Qualität im Sinne von freundlichem Verhalten, sich Vertrauen zu verdienen und das Privileg zu erlangen, daß andere sich auf einen verlassen.

 

Ergebnisse können was sehr Tolles sein (sofern man in der Lage ist, welche zu produzieren). Sie können sich so gut anfühlen, daß man süchtig nach ihnen wird.

Wenn wir nach Ergebnissen Ausschau halten, wenn es um Menschen geht, laufen wir Gefahr, das Wichtigste im Leben zu verpassen.

 

Was zählt für Dich am meisten?
Sind es Resultate?

Herzlichst,
Anselma

 

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